Hört sich komisch an, aber der Rollei Nightbird ist nichts für die Nacht! Es wird ein ISO Bereich von 500 bis 800 angegeben, ich habe mit ISO 640 belichtet, also ungefähr die Mitte gewählt. Und trotz des hohen ISO Bereichs fühlt sich der Nightbird in praller Sonne am wohlsten, dann bekommt man knallig gelbe, über orange bis hin zu dunkelrot gefärbte Bilder heraus. In sehr dunklen Stellen der Fotos findet man gelegentlich auch lila körnige Flecken (Im zweiten Bild z.B.).
Wie das funktioniert?
Der Film wird von hinten, im sogenannten Redscale-Verfahren, belichtet. Das Licht trifft also als erstes auf die Trägerschicht und dann in umgekehrter Reihenfolge auf die Farbschichten. Entwickelt wird mit dem C41 Prozess, dem Standartverfahren für Farb-Negativ Filme. Wenn man sich selbst einen einen Film umspult, um ihn von Hinten zu belichten, dann hat man das Problem, dass man nicht genau weiß wieviel Licht denn nun durch die Trägerschicht hindurch kommt. Da hilft nur ausprobieren, meist bleibt weniger als ein Viertel der usprünglichen Lichtempfindlichkeit, wenn man also einen ISO 400 Film umspult muss man ihn mit ca. ISO 50-100 belichten.
Anders ist das beim Rollei Nightbird, da dieser eine extra lichtdurchlässige Trägerschicht besitzt bleibt er recht lichtempfindlich und zeichnet auch die dunkleren Bereiche. Genauere Informationen zum Rollei Nightbird gibt es im Spürsinn Blog.
Hier sind sechs Bilder die bei einem Spaziergang in Mainz entstanden sind, mit meiner Rolleiflex 621 und einem Rollei Nightbird Rollfilm. Kein Film mit dem ich permanent fotografieren möchte, aber ihn auszuprobieren lohnt sich, man hat auf einmal einen etwas anderen Blick und sucht sich passende Motive, natürlich nur wenn man weiß wie der Film “tickt”.






Danke für die Tipps. Ich werde heute auch mal meinen Nightbird einlegen und in Magdeburg und Köthen ein paar Fotos schießen. Auf das Ergebnis bin ich gespannt …
Freut mich, ich werde gelegentlich mal auf deiner Seite schauen, ob ich rote Bilder finde :)